bis 1550 Die Anfänge im Mittelalter
Die Geschichte beginnt im späten Mittelalter, als das Gebiet um Ehrstädt von verschiedenen Adelsgeschlechtern geprägt war. Erste Hinweise reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Damals entstand vermutlich eine Wasserburg, die Wohnsitz, Schutz und Repräsentation zugleich war und Teil eines Netzwerks kleiner Adelsburgen im Kraichgau.
ca. 1550 bis 1600 Der Renaissance-Umbau
Der Wendepunkt kam mit dem Umbau durch Hans von Helmstatt um die Mitte des 16. Jahrhunderts. Aus der mittelalterlichen Burg wurde ein Wohnsitz mit architektonischem Anspruch. Besonders die Schloßkapelle und die klare geometrische Gliederung der Anlage zeugen davon. Neuhaus wurde nicht nur Ort der Macht, sondern kulturelles Statement.
17. bis 18. Jahrhundert Veränderung durch Kriege
Der Dreißigjährige Krieg brachte Verwüstung, auch nach Neuhaus. Das Anwesen wurde mehrfach geplündert und beschädigt, der Besitzer wechselte wiederholt. Teile der Anlage wurden nicht mehr instand gesetzt, der Charakter als Adelssitz trat in den Hintergrund. Eine Phase des Niedergangs, aus der sich das Schloß erst viel später erholen sollte.
19. und 20. Jahrhundert Bewahren und Wiederentdecken
Zwar wurde das Anwesen zeitweise landwirtschaftlich genutzt, doch der historische Kern blieb erhalten, geschützt durch seine massive Bauweise. Im 20. Jahrhundert wuchs das Bewusstsein für den kulturellen und architektonischen Wert. Restaurierungen sicherten den Bestand, liebevolle Pflege bewahrte den Charakter.
heute Ein lebendiges Kulturgut
Heute gehört Schloß Neuhaus der Familie von Gemmingen-Hornberg und wird als Hochzeits- und Eventlocation betrieben. Wo früher Gutsleben und höfische Feiern den Alltag prägten, feiern heute Brautpaare, Familien und Unternehmen. Ein stiller Zeuge vergangener Zeiten, der weiter benutzt und dadurch erhalten wird.